Zusammenarbeit zwischen dem Singapurer SIMTech Institut und dem CSEM

Förderung der Entwicklung mikrofluidischer Technologien

Martin Gysi am 09.09.2009

Mikrofluidik-Technologien kommen zunehmend in unterschiedlichsten Bereichen zur Anwendung: Inkjettechnologie, Lab-on-a-Chip, biomedizinische Forschung und Diagnostik, chemische Verfahrenstechnik, Wasserüberwachung und Nutzbarmachung alternativer Energieformen. Gemäss Yole Development (EMMA2007) werden Mikrofluidik-Technologien bis ins Jahr 2012

in den Biowissenschaften allein ein Marktpotential von ungefähr US$ 2 Mrd. erreichen. Die Fortschritte in den mikrofluidischen Technologien zugunsten strategischer Entwicklungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, des Wassermanagements, der Umwelttechnologien sowie der Biomedizin stimmen mit vielen langfristig angelegten F&E-Projekten überein.

 

SIMTech mit CSEM

Darum hat SIMTech (Singapore Institute of Manufacturing Technology), ein Forschungsinstitut der Agency for Science, Technology and Research (A*STAR) die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung mit dem Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique SA (CSEM), Schweiz, bekannt gegeben. Das Abkommen soll die Entwicklung neuer Mikrofluidik-Technologien durch gemeinsame Forschungsprojekte und den erleichterten Austausch von wissenschaftlichen Mitarbeitern vorantreiben.

 

Projekte für Mikrosystem- und Umwelttechnologie

Die dreijährige Zusammenarbeit zwischen den Instituten der beiden Länder wird auf den gemeinsamen und sich ergänzenden Forschungskompetenzen in der Mikrofluidik- und Mikrosystemtechnologie von SIMTech bzw. dem CSEM aufbauen. Die für die Zusammenarbeit vorgesehenen Forschungsgebiete umfassen die Mikrosystem- und die Umwelttechnologie sowie mikrofluidische und Lab-on-a-Chip-Entwicklungen. Insbesondere soll gemeinsam eine mikrofluidische Plattform zur Umweltüberwachung entwickelt werden, mit der Verunreinigungen und Rückstände im Wasser nachgewiesen werden können. Bei diesem Projekt wird das CSEM die Entwicklung des Mikrosystems leiten, während SIMTech sich auf die Entwicklung innovativer Mikrofluidik-Bauteile aus Kunststoff für die Manipulation von Flüssigproben konzentrieren wird.

 

Grosser medizinischer Nutzen

Die Zusammenarbeit erstreckt sich ausserdem auf die Realisierung eines integrierten Biochip-Systems zur Erkennung von Krankheitserregern. Mit der umfangreichen Fachkompetenz des CSEM in Sachen ISFET (ionenempfindlicher Feldeffekttransistor) und SIMTechs Design- und Herstellungserfahrung von Mikrofluidik-Bauteilen aus Kunststoff wird ein abgeschlossenes und integriertes Biochip-System für medizinische Diagnoseanwendungen entwickelt.

 

Ein Technologietransfer ist gut und einfach möglich

Die zunehmende Verlagerung von traditionellen Laborverfahren auf tragbare Lab-on-a-Chip-Systeme bietet zahlreiche Vorteile wie beispielsweise erhöhte Geschwindigkeit und Reproduzierbarkeit, Senkung der Kosten und des Reagenzienverbrauchs, weniger Verunreinigungen und Bedienfehler und nicht zuletzt den Vorteil, Analysen parallel und integriert durchführen zu können. “Die auf den Stärken beider Institute gestützte multidisziplinäre Zusammenarbeit wird die Weiterentwicklung der mikrofluidischen Technologien vorantreiben. Die so erzielten technologischen Fortschritte können von den Industrien auf den Gebieten der erneuerbaren Energien, des Wassermanagements, der Umwelttechnologien und der Biomedizin für sich genutzt werden und führen zu einem klaren Wettbewerbsvorteil. Noch wichtiger ist, dass diese gemeinsame multidisziplinäre Entwicklung mikrofluidischer Technologien der Industrie Mikrofluidiklösungen in einer integrierten Plattform bieten wird“, wie Dr. Lim Ser Yong, geschäftsführender Direktor, SIMTech, anmerkt.

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