Lasys 2010: Lasersysteme sorgen für Fortschritt und Qualität in der Medizintechnik

Laser hat Schlüsselrolle in der Medizintechnik

Martin Gysi am 15.03.2010

lasys

Auf der Lasys 2010, die vom 8. bis 10. Juni auf dem hochmodernen Stuttgarter Messegelände stattfinden wird, können sich Experten und alle, die sich für Lasertechnologien und -Anwendungen interessieren, von den Vorteilen des Lasers beim Einsatz in der Medizintechnik überzeugen. Doch das ist nur eines von zahlreichen Anwendungsgebieten, das die internationale Fachmesse für Systemlösungen in der Laser-Materialbearbeitung aufgreift.

Die Lasysy setzt eigene Massstäbe und versteht sich als material- und branchenübergreifende Fachmesse. Das Präsentationsspektrum umfasst vor allem Laseranwendungen und Produktlösungen, Laser-Fertigungssysteme für die Mikro-und Makromaterialbearbeitung und für die Feinwerktechnik sowie zugehörige Komponenten.

Hersteller moderner, medizinischer Instrumente und Implantate müssen enorme Herausforderungen meistern. Denn bei immer kleiner werdenden Strukturen sollen die Produkte höchsten Qualitäts- und Präzisionsansprüchen gerecht werden. Dazu zählen: einwandfreie Oberflächen, höchste Gratfreiheit, keine Materialrückstände. „Die besten Voraussetzungen bietet hier die Lasermikrobearbeitung, da sie berührungslos Material abträgt. Zudem verhindern beste Strahlqualität und exakte Dosierbarkeit der Energiezufuhr, dass sich wärmebeeinflusste Zonen ausdehnen oder Materialschäden entstehen ", sagt Mandy Gebhardt, Leiterin der Marketingabteilung der 3D-Micromac AG.

Unverzichtbares Werkzeug für die Medizinaltechnik

Der Laser feiert dieses Jahr seinen 50ten Geburtstag. „Seine Anwendungsvielfalt und seine besonderen Fähigkeiten beim Schneiden, Schweissen und Beschriften, machen ihn zum unverzichtbaren Werkzeug für die Herstellung von medizintechnischen Produkten. Denn er arbeitet schnell und zuverlässig in konstant reproduzierbarer Qualität", erläutert Alexander Knitsch, Applikationsexperte für Laser in der Medizintechnik bei Trumpf. Weder Riefen, Rillen, Grate oder Furchen beeinträchtigten die Hygiene. „Lasergeschweisste Nähte, etwa an Endoskoprohren, haben eine porenfreie, glatte Oberfläche und die gleiche Biokompatibilität wie der Grundwerkstoff", berichtet Knitsch weiter. Und was Laserbeschriftungen an Instrumenten angehe, könnten ihnen, so der Experte, selbst hoch alkalische Desinfektionen und Hochtemperatur-Sterilisation nichts anhaben.

Das Laserschweissen wird in der Medizintechnik, insbesondere auch in der Dentaltechnik, schon seit mehreren Jahren genutzt. „Durch den Einsatz von Laserschweissgeräten lassen sich viele Schweissverbindungen mit Spezialmaterialien wie Neusilber oder Titan einfacher ausführen", hat Thomas Miczek, Verkaufsleiter vom DSI Laser-Service, dem Vertrieb für Laserschweissgeräte der AlphaLaser GmbH, erfahren. Auf der Lasysy 2010 wird die AlphaLaser GmbH die neuste innovative Laser-Schweissgeneration ALS 100 als Handarbeitsplatz vorstellen, die sich durch eine optionale, spezielle Strahloptimierung auszeichnet und Laserstrahlendurchmesser von 0,02 mm bis 0,2 mm zulässt. Dadurch sind dünnwandige Materialien mit einer Wandung von 0,05 mm schweissbar und das Schmelzbad kann extrem dünn gehalten werden. „Ausserdem erreichen wir durch schnelle Impulsfolgen von mehr als 20 Hz eine bessere Überlappung bei Schweissnähten, wodurch Schweissnahtfehler verringert werden. Durch die kürzeren Pausezeiten kühlt das Schmelzbad weniger ab und es ergibt sich eine durchgängigere Schweissnaht , die an der Oberfläche an die eines Continius-Wave-Lasers herankommt", erklärt Miczek weiter.

Innenmarkierung transparenter Werkstoffe

Gebhardt sieht weitere wichtige Anwendungsgebiete des Lasers im Bereich des Mikrobohrens etwa von Kanülen, Implantaten oder Filtersystemen, des Feinschneidens von Kathetern oder Klingen für die minimal-invasive oder Augen-Chirurgie oder auch des Mikrostrukturierens von Implantaten sowie des Mikrogravierens. Eines der Produkt-Highlights, das die 3D-Micromac AG auf der Lasysy 2010 präsentieren wird, ist das Lasermarkiersystem microCODE, das speziell für die Innenmarkierung von transparenten Materialien gedacht ist. Die Kennzeichnung wird statt auf das Material, in das Material hineingeschrieben – zwei- oder dreidimensional. Dabei spielen Form und Gestalt der Symbole keine Rolle. Ebenso ist eine grosse Vielfalt an Materialien wählbar. Sowohl mineralische als auch organische Gläser können mit einer Innenglasbeschriftung versehen werden, ohne Partikel freizusetzen. Diese lässt sich sehr kontrastreich oder für das menschliche Auge unsichtbar gestalten. „Da die Beschriftung im Inneren liegt, ist sie vor sämtlichen Umwelteinflüssen geschützt. Es treten keine Abnutzungserscheinungen auf und die Information bleibt über die gesamte Lebensdauer des Produkts erhalten", meint Gebhardt.

Hochkarätiges Rahmenprogramm

Nach Aussagen der Experten wird die Bedeutung des Lasers als Produktionswerkzeug in der Medizintechnik weiter zunehmen. Zu erwarten sind unter anderem: neue und noch schnellere Bearbeitungsverfahren etwa durch höhere Pulsrepetierraten, bessere Preisbildung bei gesteigerter Leistung, feinste Strahldurchmesser, weniger Nachbearbeitung an Bauteilen. Weitere zukunftsweisende Themen sowie neueste Innovationen und Systemlösungen rund um den Laser in der Materialbearbeitung wird die Lasysy 2010 auf zirka 15000 Bruttoquadratmetern in den Hallen der Neuen Messe Stuttgart präsentieren. Rund 200 Aussteller werden erwartet. Ein hochkarätiges Rahmenprogramm, das unter anderem durch die renommierten Stuttgarter Lasertage (SLT) sowie das 11. Internationale Symposium on Laser Precision Microfabrication (LPM) bereichert wird, sorgt für den wertvollen Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie. Die Erstveranstaltung der Lasysy in 2008 zog bereits Besucher aus 30 unterschiedlichen Branchen an, was den branchenübergreifenden Charakter der internationalen Laserfachmesse kräftig unterstreicht.

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