Hochschule Luzern eröffnet erstes FabLab der Schweiz

Eugen Albisser am 17.02.2011

Die Hochschule Luzern eröffnet am 24. Februar 2011 das erste Fabrication Laboratory (FabLab) der Schweiz nach internationalem Vorbild. Das FabLab ist ein Werkplatz, der insbesondere für Jugendliche, Studierende, Forschende, Start-ups und Unternehmer eine Begegnungsstätte mit hohem Innovationsklima zu werden verspricht.

 

International ist es bereits ein Erfolg – in der Schweiz aber noch kaum bekannt: das Fabrication Laboratory, kurz FabLab. Das erste FabLab wurde 2005 von Neil Gershenfeld am Massachusetts Institut of Technology (MIT) eingerichtet. Sein Konzept ist einfach und bestechend: Es ist ein Werkplatz «to make (almost) anything» (Gershenfeld). Jeder soll Zukunft gestalten können. Dazu wird ein Raum mit Geräten wie einer computergesteuerten 3D-Fräsmaschine bestückt und seine Tür für alle weit geöffnet. Ein FabLab-Coach sorgt dafür, dass selbst Laien ihre Ideen als dreidimensionale Prototypen realisieren können. Im weltweiten Netzwerk tauschen sich die FabLabs über ihre Erfahrungen mit Projekten und Methoden aus.

 

Dank den FabLabs gelingt der im Programm BREF geforderte und geförderte Brückenschlag zwischen dem bisher klar ingenieurgetriebenen High-Tech-Herstellungsbereich und sonst eher technologiefernen Akteuren mit grossem Erfolg. Denn beim FabLab steht der Mensch im Zentrum, mit seinem Interesse, die Zukunft zu gestalten. FabLab fördert kreativ-schöpferische und ästhetische Prozesse, die im Forschungs- und Entwicklungsbereich so wichtig sind. Die FabLabs bieten zahlreiche Anregungen dafür, wie sich Kooperationen zwischen wichtigen aber bisher häufig getrennt voneinander arbeitenden Innovationsakteuren neu denken und gestalten lassen.

 

«dream it. make it. share it.»

Das ist das Motto des Fablab in Luzern. Es kann vielfältig genutzt werden und hat verschiedene Ziele: KMU mieten es und entwickeln darin Prototypen innovativer Produkte. Studierende setzen theoretische Konzepte in greifbare Modelle um und schulen ihre interdisziplinäre Denk- und Arbeitsweise. Wettbewerbe laden zu kreativen bunt gemischten FabLab-Teams ein: Jugendliche arbeiten zusammen mit gestandenen Geschäftsleuten, Sozialarbeiter mit Bautechnikerinnen, Studierte mit Berufsfachleuten. Junge Frauen und Männer entdecken durch den spielerischen Umgang mit Technik und Design den Beruf des Ingenieurs.

 

Die Hochschule Luzern will die Idee des FabLab mit ihren regionalen und nationalen Partnern in der Schweiz einführen und bekannt machen. In den Jahren 2010 und 2011 erfolgte der Aufbau des FabLabs. Zudem wurden in einer Master-Arbeit die spannendsten Ansätze aus 30 FabLabs analysiert und ein Geschäftsmodell für die Schweiz entwickelt. Nun wird das FabLab der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seine Aktivitäten werden von der Gebert Rüf Stiftung und dem internationalen Schwerpunkt Creative Living Lab der Hochschule Luzern finanziert. Eine Private-Public-Partnership (PPP) soll das FabLab nach 2011 betreiben und langfristig die regionale Innovationskraft stärken. Noch in diesem Frühjahr sollen erste Projekte sowie ein FabLab-Wettbewerb dafür sorgen, dass die Schweiz auch bei der Verbindung von digitaler Informations-, Kommunikations- und Produktionstechnologie mit sozialer Innovation eine Vorreiterrolle einnehmen kann.

 

Weitere Informationen: http://luzern.fablab.ch/

 

 

 

An folgenden Schautagen öffnet das FabLab seine Türen für die Öffentlichkeit:

 

Wann: Freitag und Samstag, 25. und 26. Februar, jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr

 

Wo: Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Technikumstrasse 21, 6048 Horw

 

Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten, die im Fablab entstanden sind. Um die Fabrikationsprozesse kennen zu lernen, kann zudem jede Besucherin und jeder Besucher gleich selber kreativ Hand anlegen. Auf dem Programm stehen weiter interessante Referate, beispielsweise von Peter Troxler, FabLab-Experte Niederlande/Schweiz und Tamás Mészáros, Rektor der Corvinus University of Economics of Budapest.

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