Gerollte Kleinst-Kugelgewindetriebe der Eichenberger Gewinde AG

Via Hannover auf den Weltmarkt

Martin Gysi am 21.04.2010

Streichholz

Für die Eichenberger Gewinde AG aus Burg ist die Hannover Messe schon seit 1988 die Plattform für den Export ihrer gerollten Gewinde und Gewindetriebe in alle Welt. Dass nun ausgerechnet in diesem Jahr, in dem man die weltkleinsten gerollten Kugelgewindetriebe grossserienreif und damit preisgünstig anbieten kann, die aussereuropäischen Besucher verspätet oder gar nicht nach Hannover kommen, schmerzt deshalb schon.

Der Weg zur Serienreife der Kugelgewindespindel Durchmesser 4 mm/Steigung 1 mm war mit einigen produktionstechnischen Knacknüssen gespickt - wir werden in der Technica darauf zurückkommen - vor allem auch der automatisierte Herstellungsprozess der filigranen Mutter. Doch diese Herausforderungen sind nun gemeistert. Die in dieser Art einzigartige Antriebskomponente kann nun auch in Serien von mehreren 10 000 Stück angeboten werden. Damit kommt der Preisvorteil der gerollten Spindel gegenüber der geschliffenen Version auch bei der Mini-Ausführung zum Tragen.

Einsatzbereiche erweitert

Mit der Serienreife der «Kleinen» kamen deutlich mehr Kundensegmente dazu. Denn je kleiner die Spindeln, desto eher passen sie in die Miniaturgeräte vieler Anbieter von Kleinstapparaten. So ist die Medizinaltechnik sowohl im Bereich der konstanten Dosierung wie auch bei Analysegeräten auf kleinste Abmessungen angewiesen. Eine spezielle Anwendung findet sich neu im Bereich der Entnahme von Geweben (Biopsie) für die anschliessende Laboruntersuchung.

Ebenso ist der Gerätebau selber unter enormem Miniaturisierungsdruck. Sei es die Steuerkonsole für den Baukran, das Blutzuckermessgerät für den Diabetiker oder das Laser-Distanzmessgerät im Labor. Es ist noch nicht lange her, da waren das klobige «Kisten». In der Zwischenzeit schrumpften diese zur Grösse einer «Zündholzschachtel» und verlangen ihrerseits kleinste Komponenten.

Der Bereich Handlingsysteme boomt ebenfalls und die Schaltbewegungen – selbst im Energiebereich – werden auch immer kleiner und feiner.

Standort Schweiz

Alles in Allem ein Votum für den Standort Schweiz. Eichenberger ist kein Handelshaus, sondern vereinigt unter seinem Dach die klassische Maschinenbautradition: Marktbeobachtung – Innovationsentscheid – Konstruktion und Entwicklung – Fertigung – Qualitätsprüfung. Im wahrsten Sinne alles aus einer Hand. Aus Schweizer Hand.

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