Das Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) in Brig hat im Auftrag der Sendung Kassensturz die in der Schweiz erhältlichen Ebook-Modelle getestet. Das Resultat: Die Ereader erfüllen die Anforderungen hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit noch nicht und sind zu teuer.
Der Test wurde vom Usability Labor des IFeL, einem gemeinsamen Forschungsinstitut der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) und Universitäre Fernstudien Schweiz, durchgeführt. Mittels modernster Technik analysiert das Labor die Benutzerfreundlichkeit von ICT-Produkten: von der Aufmerksamkeitssteuerung und Wahrnehmung über die Bedienung bis hin zu den emotionalen Reaktionen. Die fünf Ebook-Modelle Sony, iRex, BeBook, Bookeen und Ectaco Jet Book wurden von 10 Personen zwischen 16 und 71 Jahren getestet. Benutzerfreundlichkeit und Lesbarkeit wurden mittels Befragung und Eye Tracking überprüft; die technischen Tests führten Experten der brain-tec AG durch.
Gute Lesbarkeit, aber mangelhafte Benutzerfreundlichkeit
Das Fazit: Die in der Schweiz erhältlichen Ebook-Modelle sind insgesamt noch zu teuer und von der Bedienungsfreundlichkeit zu wenig auf die Bedürfnisse der Benutzer abgestimmt. Vor allem jüngere Personen können sich zwar vorstellen, Ebooks zu verwenden, dies jedoch eher als Ergänzung denn als Ersatz für das klassische Buch. Am besten abgeschnitten hat das Gerät von Sony, das dank der technischen Funktionalität und guten Benutzerfreundlichkeit überzeugte. Einzig im Lesbarkeits-Test ging das Gerät von Sony nicht als Sieger hervor. Dank der speziellen e-ink-Technologie ist jedoch die Lesbarkeit über alle Geräte gesehen als gut zu bewerten. Die Mängel, die sich bei den anderen Modellen zeigten, waren unter anderem eine erhöhte Anfälligkeit für Ausfälle aufgrund von zahlreichen Funktionen, ungenügende Benutzerfreundlichkeit, erschwerte Lesbarkeit wegen willkürlicher Wort-Trennung oder die fehlende Erkennung von gewissen Textformaten.
Internationale Forschungsinitiative gestartet
Um die neuen Lesegeräte attraktiv und bedienungsfreundlich zu machen, ist noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu leisten. Deshalb hat das Usability Labor des IFeL eine internationale Forschungsinitiative gestartet: Gemeinsam mit Forschungsinstituten aus der Schweiz, Italien, Schweden, Kanada und Japan soll eine neue Generation leistungsfähiger und benutzerfreundlicher Lesegeräte entwickelt werden. Das erste Treffen fand bereits statt: Am Symposium «New Ways of Usability Research», das am 27. August 2009 in Southampton stattfand, stellte das IFeL seinen Forschungsansatz «Multifunctional Analysis» vor.



