Selbstbewusster EMO-Auftritt der Schleifringgruppe

Die Vorteile der „Verbund-Mittelständler“ nutzen

Martin Gysi aus Hannover am 20.09.2011

Ewag Insert Line.

„Die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe ist einer der Erfolgsfaktoren von Schleifring“ betonte Schleifring-Geschäftsführer Stephan Nell anlässlich der Schleifring-Pressekonferenz an der EMO. Gemeint war damit die institutionalisierte Zusammenarbeit unter den nach wie vor eigenständig am Markt operierenden Marken der Schleifringgruppe.

Der deutliche Nachholbedarf nahezu aller Abnehmerbranchen sorgte im ersten Halbjahr 2011 auch bei der Schleifring Gruppe für einen Anstieg des Auftragseingangs um rund 70% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nachdem zunächst der Technologiebereich Werkzeugschleifen von dem Aufschwung profitieren konnte, warten nun auch Flach- und Profil- sowie Rundschleifen mit vergleichbaren Steigerungsraten auf. Dieser positive Trend wirkte sich auch auf den Umsatz aus, der ebenfalls um ca. 70% gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist.

Stephan Nell zeigte sich überzeugt davon, dass in der Gruppenstruktur ein wichtiger Erfolgsfaktor zu finden ist. Die mittelständischen Gruppenfirmen haben mit ihrer „Kleinheit“ den Vorteil der Flexibilität und der Kundennähe. Die Gruppe öffnet ihnen mit ihrer Grösse den Zugang zu den Weltmärkten und zu einem weltweiten Servicenetz, das sich ein einzelnes KMU nicht leisten könnte. Verstärkt werden diese Vorteile durch die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe, die es unter vielem anderem erlaubt, durch die Nutzung von Maschinenplattformen aus anderen Gesellschaften erheblich Entwicklungszeit zu sparen. Ein Beispiel dafür ist die an der EMO erstmals vorgestellte Wendeplatten-Umfangschleifmaschine EWAG Insert Line, die auf einer Maschinenplattform von Studer aufgebaut wurde.

Wendeschneidplatten-Umfangschleifmaschine Ewag Insert Line

Ewag ergänzt mit der Insert Line ebenfalls im Bereich des Wendeplattenschleifens das Produktportfolio und bietet neu eine hochproduktive Produktionsschleifmaschine für das Umfangschleifen von Hartmetall-Wendeschneidplatten. Ergänzend zu den bewährten CNC-Schleifmaschinen Compact Line und Ewamatic Line kann Ewag somit sämtlichen Marktanforderungen im Bereich des Wende-plattenschleifens Rechnung tragen und optimale Produktionslösungen anbieten.

Modernste Antriebs- und Steuerungstechnologie, basierend auf dem bewährten  Studer Unrundschleifen, wurden auf das Wendeplattenschleifen mit der Scheibenperipherie adaptiert. Die resultierende Linienberührung zwischen Schleifscheibe und Werkstück reduziert die Kontaktzone, ermöglicht eine verbesserte Kühlschmiermittelzufuhr, reduziert somit die Wärmeeinbringung und ermöglicht schlussendlich höhere Vorschubwerte. Schleifscheibendurchmesser bis zu 500 mm unterstützen dabei die neue Schleiftechnologie der Insert Line und reduzieren je nach Applikation die Schleifzeit um bis zu 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Umfangsschleif-prozessen. Gleichzeitig erreicht der neue Schleifprozess von Ewag höchste Formpräzision und Schneidkantenqualitäten. Magnetisch vorgespannte hydrostatische Führungen, ein Maschinenbett aus Granitan und moderne Direktantriebe auf allen Achsen garantieren höchste Genauigkeiten sowie Prozesssicherheit und sorgen für eine einzigartige Dynamik. Die auf der B-Achse integrierte, direktgetriebene Abrichtspindel mit zwei Spindelenden bietet die Möglichkeit der Bestückung mit zwei Abrichtscheiben. Somit können sowohl Scheibenumfang als auch die Scheibenflanken zur Pflege der Form- und Maßhaltigkeit im Produktionsbetrieb abgerichtet werden. Für die autonome Wendeschneidplattenproduktion bietet Ewag die Schleifmaschine mit einem automatischen Handlingsystem an. Die smarte Einbindung der Roboterzelle ergänzt das hochproduktive Schleifsystem optimal. Der flexible 6-Achsen Roboter ermöglicht Ladezyklen, welche der hohen Produktivität gerecht werden, und ist auch bestens für die unterschiedlichen Kundenapplikationen anpassbar.

Selbst komplexe Wendeplattengeometrien mit Negativfasen sind mit der neuen Software ProGrind Insert HSM (HighSpeedMachining) innerhalb weniger Minuten definiert. Die Programmierung von variablen und konstanten Freiwinkelradien, oder aber auch die Geometrieformen können so zum Beispiel einfach über Eingabemasken angewählt werden. Zur vorgängigen Visualisierung des Schleifprogramms kann eine 3D-Schleifsimulation gefahren werden, welche das Schleifergebnis und den Scheibeneingriff visualisiert.

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