Beklaut sich Deutschland selbst?

Martin Gysi am 21.04.2009

Rund sieben Milliarden Euro verliert die Deutsche Maschinenindustrie jährlich durch Produktpiraterie. Erwartungsgemäss führt China mit 71% der Plagiatsfälle die Rangliste der Kopiernationen an. An zweiter Stelle - und dies ist doch überraschend - folgt Deutschland selbst mit 19%, noch vor Italien, Taiwan und Indien. Diese erstaunlichen Resultate einer VDMA-Umfrage präsentierte Wibu-Systems AG im Rahmen ihrer Pressekonferenz anlässlich der Hannover Messe.

Seit Januar 2008 arbeiten die Wibu-Systems AG, drei weitere deutsche Unternehmen und ein Forschungsinstitut gemeinsam im Projekt „Pro-Protect“ an wirkungsvollen Maßnahmen zum Schutz von Maschinen und Anlagen vor Produktpiraterie und Industriespionage. Im Mittelpunkt steht dabei der Schutz der „eingebetteten Software“, ohne die heute fast keine Maschine mehr läuft. Denn immer mehr Funktionalität einer Maschine oder Anlage wird heute über Software realisiert.

Wie gross ist das Produktpiraterie-Risiko tatsächlich? Eine Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA unter seinen Mitgliedern hat ergeben, dass den Unternehmen pro Jahr 7 Mrd Euro durch Produktpiraterie verlustig gehen. Sieben Prozent der Unternehmen gaben gar an, 10% ihres Umsatzes oder mehr auf diese Weise zu verlieren. In 71% der Fälle waren die Kopierer in China beheimatet, gefolgt von Deutschland (19%), Italien (14%) und Taiwan (12%). Ein weiteres erstaunliches Resultat dieser Umfrage: in 52% der Fälle werden ganze Maschinen oder Anlagen kopiert und "nur" in 50% der Fälle lediglich einzelne Komponenten! Diese Erkenntnis verstärkt die Bedeutung eines zuverlässigen Softwarteschutzes.

Den bestmöglichen Schutz kann nur ein hardware-basiertes System bieten und solche Systeme bietet Wibu-Systems seit zwei Jahrzehnten erfolgreich für die verschiedensten Plattformen und Schnittstellen an – in der zweiten Jahreshälfte und als Beitrag zu „Pro-Protect“ auch für die CompactFlash-Schnittstelle; eine Schnittstelle, die im Maschinen- und Anlagenbau weit verbreitet ist. Um die speziellen Anforderungen im Maschinen- und Anlagenbau zu kennen, hat das „Pro-Protect“-Konsortium die Unternehmen zu Lösungen zum Schutz vor Produktpiraterie gefragt. Für die Unternehmen sind wichtig: Sicherheit, Nachrüstbarkeit, Flexibilität und Robustheit im Fabrik-Alltag.

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