ABB erhält Offshore-Windenergie-Auftrag über rund 700 Millionen US-Dollar
HVDC Light-Technologie erschliesst drei Nordsee-Windparks

Martin Gysi am 26. 7. 2010

ABBoffshore

ABB hat vom deutschen Übertragungsnetzbetreiber Transpower einen Auftrag zur Anbindung weiteren Windparks in der Nordsee erhalten. Die Auftragssumme beträgt rund 700 Millionen US-Dollar. Die Windparks, die in dem Cluster DolWin1 liegen, sollen an das deutsche Stromnetz angeschlossen werden und verfügen über eine Kapazität von 800 MW.
ABB wird mit der innovativen und umweltfreundlichen Technologie HVDC Light (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) den Windpark Borkum West II (400 MW) sowie zwei weitere Windparks, die in der Nähe entstehen werden, an eine Offshore-Umrichterstation anschliessen. Von dort wird der Strom auf das Festland zum Umspannwerk in Dörpen/West weitergeleitet. In der Umrichterstation in Dörpen wird die Windenergie von Gleichstrom zurück in Drehstrom umgewandelt und in das Übertragungsnetz eingespeist. Insgesamt wird die Energie über eine Strecke von insgesamt 165 Kilometern unter Wasser und unterirdisch übertragen.
Der Auftrag ist der grösste Stromübertragungsauftrag, den ABB bislang erhalten hat. Die Kabel mit einer Leistung von 320 Kilovolt sind darüber hinaus die ersten dieser Art, die bei HVDC Light zum Einsatz kommen.
Im Rahmen des Projekts ist ABB verantwortlich für die System-Entwicklung einschliesslich Design, Lieferung und Installation der Offshore-Plattform, der Offshore- und Onshore-Umrichterstation sowie die Lieferung und Verlegung der See- und Landkabel. ABB ist das einzige Technologie-Unternehmen, das das Gesamtsystem inklusive der Kabel, Umrichter und Leistungshalbleiter im eigenen Haus fertigt.

Ideal für die Anbindung von Offshore-Windparks

HVDC Light zeichnet sich durch eine Vielzahl von umweltfreundlichen Aspekten aus, wie zum Beispiel neutrale elektromagnetische Felder, ölfreie Kabel und kompakte Umrichterstationen. Aufgrund der grossen Reichweite ist die Technologie ausserdem ideal, um weit entfernte Windparks bei gleichbleibender Leistung mit minimalen Verlusten an die Stromnetze auf dem Festland anzubinden.
Der Netzanschluss des Windparks soll im Jahr 2013 fertig gestellt werden. Schätzungen zufolge sinken die CO2-Emissionen um 3 Millionen Tonnen pro Jahr, da ein Teil der fossilen Energieerzeugung ersetzt werden kann. Deutschland deckt derzeit etwa acht Prozent des Strombedarfs mit Windenergie, bis zum Jahr 2020 soll dieser Anteil verdoppelt werden.
Dies ist der zweite Netzanschluss eines Offshore-Windparks, den ABB durch den Einsatz von HVDC Light Technologie realisiert. Bei dem ersten – BorWin1 – handelt es sich um den bislang am weitesten von der Küste entfernt liegenden Windpark der Welt.


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