Nachfrageboom oder “Spiel der Stahl-Opec”?
Die nächste Stahl-Krise naht

Martin Gysi am 9. 3. 2010

stahlpreiseKaum beginnt sich die Wirtschaft zu erholen, naht schon neues Ungemach: Die in der Rezession etwas in Vergessenheit geratene Stahlkrise meldet sich zurück. Der Stahlpreisindex von Steel Business Briefing (SBB) zeigt wieder steil nach oben (Bild). Erste Schweizer Zulieferfirmen haben bereits wieder Mühe, ihren aktuellen Bedarf zu decken.
Was steckt dahinter? In der Metallverarbeitungsbranche wird zum Teil vermutet, dass die “Stahl-Opec” ihre Stahlproduktion derzeit künstlich knapp hält, um die Preise wieder möglichst schnell auf das Vorkrisenniveau anheben zu können. Dem spricht allerdings entgegen, dass die Deutschen Stahlkocher in der Zwischenzeit nur noch einen Hochofen stillgelegt haben, im letzten Sommer waren es noch deren sechs (Quelle: Stahlinstitut VDEh und Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf). Dies ist doch ein Hinweis dafür, dass man gewillt ist, flexibel auf die Marktentwicklung zu reagieren. Es muss wohl eher vermutet werden, dass eine echte Angebotsknappheit hinter den Preisentwicklungen steckt. China produziert bereits weit über einen Drittel des weltweiten Stahlbedarfs. Und die Rohstahlerzeugung in China lag im Januar 2010 bereits wieder über dem Monatsschnitt des Rekordjahrs 2009!
Der kluge Einkäufer tut wohl gut daran, seinen Stahlbedarf rechtzeitig zu sichern und sich auf weiter steigende Preise einzustellen.


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