ABB Forschung und Micropelt lösen das Batterieproblem bei Funksensoren durch thermisches Energy Harvesting
Energieautarker Funksensor versorgt sich aus Abwärme

Martin Gysi am 9. 3. 2010

Wireless_lowFunksensoren sind kostengünstig und äusserst flexibel einsetzbar. Der Einsatz von deutlich mehr Sensorik würde eine effizientere und sicherere Prozessführung bei gleichzeitig deutlich geringeren Wartungskosten ermöglichen – wäre da nicht der Batteriewechsel. Per Energy Harvesting lösen die ABB Forschungszentren in Ladenburg und Dättwil zusammen mit der Freiburger Micropelt GmbH nun das Problem unbegrenzter, wartungsfreier Energieversorgung. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde ein drahtloser WirelessHART Temperaturtransmitter von ABB mit zwei Micropelt Micro-Thermogeneratoren ausgestattet. Die 6 mm² kleinen Chips des Typs MPG-D651 liefern ab 30 K Temperaturdifferenz zwischen warmem Medium und Umgebungsluft die Energie für den autarken Dauerbetrieb des Funksensors. Dr. Marco Ulrich, ABB-Projektleiter, sieht einen grossen Durchbruch: „Drahtlose Geräte ermöglichen einen deutlich flexibleren und umfassenderen Einsatz von Sensorik auch unter schwierigen Bedingungen bei gleichzeitig gesenkten Installationskosten. Aber keiner unserer Kunden will regelmässig an hunderten oder gar tausenden von Sensoren die Batterien wechseln. Unser Technologie-Demonstrator hingegen würde grosse, komplexe Sensornetzwerke zu einem Bruchteil der bisher üblichen Gesamtkosten ermöglichen“. Dr. Joachim Nurnus, Technischer Leiter bei Micropelt, ergänzt: „Wir ersparen der Umwelt hunderttausende Hochleistungsbatterien, aber viel wichtiger sind die vielen zusätzlichen Messstellen, die helfen, energiesparender zu produzieren, Anlagen besser auszunutzen und von präventiver auf zustandsbasierte Wartung umzustellen. Wir stehen erst am Anfang, dieses ökologische und ökonomische Potenzial zu verstehen. Wir freuen uns darauf, diese und viele weitere Lösungen auf der kommenden Sensor & Test in Nürnberg live präsentieren zu können.“


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