Ruag Technology präsentiert Weltneuheit auf der EMO
Nicht flicken, sondern auf Mass und Lage bringen
Martin Gysi am 14. 9. 2009
Wo Zeit bares Geld, und wo jeder Stillstand teuer ist, macht die Ruag Technology sich mit Sondermaschinen nützlich. Das Unternehmen aus Altdorf bearbeitet bei Reparaturen und Modernisierungen Komponenten von Industrieanlagen und Grossmaschinen in Rekordzeit an Ort und Stelle. Das Sparpotenzial ist enorm.
Für die Grossteilebearbeitung vor Ort zeigt Ruag Technology an der EMO in Mailand (Halle 3, Stand E32) den Turningator als mobile Werkzeugmaschine mit bis zu sieben CNC-Achsen. Ruag setzt diese auf Wunsch auch selbst ein. Die Maschine kann für die Dreh-, Fräs- und Schleifbearbeitung eingesetzt werden. Auf der Basis von CAD-Daten des Betreibers dreidimensional konstruiert und im Rechner simuliert, ausgiebig getestet und dann direkt in oder an dessen Anlage gebracht, bearbeiten sie auch Hinterschnitte und komplexe Konturen, bei denen konventionelle Maschinen passen müssten. Zudem seien sie bis zu dreifach schneller und genauer, versichert Markus Havrda Head of Mechanical Engineering und Vice President der Ruag Technology. Ofenrevisionen etwa hätten sich derart von mehreren Wochen auf nur zwei Tage abkürzen lassen. Teile aus der Schlammtrocknung, die zuvor extern auf Karusselldrehmaschinen nachgearbeitet worden waren, seien binnen 24 h wieder einsatzbereit gewesen. Keine dieser Komponenten sei dabei durch Aufschweissen und Abtragen lediglich notdürftig geflickt, sondern vielmehr wieder in die vom Hersteller vorgesehene Form- und Lage-Toleranz gebracht worden.
Sparpotenzial im Millionenbereich
Das Sparpotenzial sei gewaltig, sagt Markus Havrda. Zur ersten Abschätzung reiche es oft schon, wenn man die Kosten für die Zerlegung und Stillstandszeit einer Anlagenkomponente mit denen der Instandsetzung vor Ort vergleiche. Eine Verkürzung der Stillstandszeit eines Grosskraftwerks generiert ein Mehrwert von ca. 1 Mio. Euro pro Tag. Indirekte weitere Einsparungen – etwa über Leistungssteigerungen durch verbesserte Präzision – müsse man hinzurechnen. Das „Delta“ sei für den Betreiber in jedem Fall höchst interessant.
Für Grossteilebearbeitung ausgelegt
Mit „Anlagenkomponenten“ meint Markus Havrda solch tonnenschwere Teile wie Turbinen in Wasser-Kraftwerken oder Dampf und Gasturbinen, Grossventile für die Petrochemie, Getriebe von Windrädern oder Behälter aus Pharma- und Klärwerkstechnik. Genauso gut können es die Vakuumöfen metallurgischer Betriebe sein oder Grossanlagen des Tage- und Untertagebaus – samt und sonders Brocken, die zu demontieren, zerlegen und ausser Haus instand zu setzen Aufwand und Stillstand bedeutet.
Über von langer Hand geplante Revisionen lässt sich das Sparpotenzial weiter ausschöpfen. So konnten Geometrien von Turbinengehäusen oder die Passform von Kesselverschlüssen gezielt optimiert werden, berichtet Havrda. Schnelligkeit und feste Fristen seien das A und O der Arbeit und machten es dem Kunden leicht, den Nutzen zu kalkulieren.
Die Distanz zwischen Altdorf und dem jeweiligen Einsatzort ist übrigens nachrangig: Für die Reparatur einer Trinkwasseranlage in Saudi-Arabien wurde die komplette CNC-Maschine in den Container gepackt und per Flugzeug verschickt.
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